GASTBEITRAG In Deutschland werden besonders oft  Elektronikgeräte bei deutschen und ausländischen Händlern über Online-Shops oder Plattformen gekauft. Gerade beim Handel mit Elektrogeräten und der Nutzung von Verpackungsmaterial, die beim Online-Handel in der Regel immer beim Versand anfällt, gelten strenge gesetzliche Vorgaben, die Händler kennen müssen.

Das ElektroG

Für Elektronikgeräte gelten aus zwei Aspekten rechtliche Besonderheiten. Zum einen geht durch sie bei schadhafter Produktion ohne Prüfung eine Gesundheitsgefahr aus und zum anderen beinhalten Elektrogeräte auch wertvolle Ressourcen, deren Recycling die Umwelt schont und Kosten spart. Um diese Aspekte zu garantieren, hat der Gesetzgeber für den Handel mit Elektrogeräten durch das ElektroG mehrere Pflichten festgelegt.

Registrierungspflicht:

Bevor ein Hersteller oder sein Bevollmächtigter Elektro- oder Elektronikgeräte in den Verkehr bringt,  ist er verpflichtet, sich bei der zuständigen Behörde Ear mit der Geräteart und seiner Marke registrieren zu lassen. Diese Registrierung ist dabei die zwingende Voraussetzung für den Handel. Nimmt der Hersteller diese nicht vor oder registriert er sich nicht richtig, darf er seine Geräte nicht in Verkehr bringen und Vertreiber dürfen diese nicht verkaufen. Mit Inverkehrbringen bezeichnet das neue Elektrogesetz die erstmalige Bereitstellung eines Elektro- oder Elektronikgerätes auf dem deutschen Markt. Das Gesetz sieht als Hersteller dabei denjenigen an, der Elektrogeräte unter seinem Namen herstellt und anbietet, aber auch denjenigen, der erstmals aus einem anderen Mitgliedstaat der Europäischen Union oder aus einem Drittland Elektrogeräte in Deutschland anbietet. Durch die finale Änderung des ElektroG zum 15. August 2018 werden nahezu alle Geräte erfasst und in eine der sechs nun geltenden Kategorien eingeordnet. In Zweifelsfällen steht den Verantwortlichen die Möglichkeit offen, bei der Stiftung Ear Auskunft über die Registrierungspflicht zu verlangen. Die Stiftung Ear erfasst alle kostenpflichtigen Registrierungen und gibt Auskunft über bestehende Registrierungen.

Kennzeichnungspflicht:

Elektro- und Elektronikgeräte, die nach dem 13. August 2005 in Verkehr gebracht wurden, sind entsprechend vor dem Inverkehrbringen auf dem europäischen Markt zu kennzeichnen. Die Kennzeichnung muss dauerhaft angebracht sein und beinhaltet die eindeutige Identifizierung des Herstellers und die Kennzeichnung, mit der festgestellt werden kann, dass das Gerät nach den jeweiligen Zeitpunkten erstmals auf dem europäischen Markt in Verkehr gebracht wurde.
Die Geräte sind außerdem mit dem Symbol der durchgestrichenen Abfalltonne dauerhaft zu kennzeichnen.

Rücknahmepflichten:

Vertreiber von Elektrogeräten mit einer Verkaufsfläche für Elektro- und Elektronikgeräte von mindestens 400 Quadratmetern sind außerdem verpflichtet, eine Rücknahme zu gewährleisten. Dabei wird zwischen der 1:1 und 0:1 Rücknahme zu unterscheiden. Dies bedeutet, dass der Verkäufer in bestimmten Fällen das alte Gerät bei Neukauf am Ort der Abgabe oder in unmittelbarer Nähe und darüber hinaus auch Altgeräte, die in keiner äußeren Abmessung größer als 25 Zentimeter sind, unentgeltlich zurücknehmen muss. Praktisch wird dies im Online-Handel durch Kooperation mit einem stationären Handel oder Rücksendemöglichkeit umgesetzt. Daneben müssen die erfassten Hersteller und Vertreiber auf ihrer Webseite darüber informieren.

Das Verpackungsgesetz (VerpackG)

Jegliche Verpackung, die bei einem Endkunden ankommt, fällt früher oder später als Müll an. Die betrifft sowohl die Produktverpackungen, aber auch jegliche anderweitige Verpackung, die genutzt wird. Um die Verwender von dieser Verpackung an Recycling und Wiederverwertung zu beteiligen, galt seit 1991 die Verpackungsverordnung. Diese wird durch Verpackungsgesetz zum 01. Januar 2019 abgelöst und in ihren Vorgaben für Händler erweitert.

Verpackungsbegriff

Verpackungen können aus beliebigen Materialien hergestellt sein und „zur Aufnahme, zum Schutz, zur Handhabung, zur Lieferung oder zur Darbietung von Waren“ dienen und fallen typischerweise bei einem Verbraucher als Müll an, womit der Verpackungsbegriff sehr weit gefasst wird. Darunter fallen danach auch Versandverpackungen wie Kartonagen, Füllmaterial, Luftpolsterfolie und Paketband, wie sie im Online-Handel genutzt werden. In diesen Fällen handelt es sich um sog. systembeteiligungspflichtige Verpackungen, die durch den Händler bei einem dualen System lizenziert werden muss und der Händler sich bei der Zentralen Stelle Verpackungsregister registrieren muss. Diese Pflichten gelten auch für Händler, die entsprechende Verpackung aus dem Ausland in den Geltungsbereich des Gesetzes bringen oder ausländische Händler, die mit Sitz im Ausland nach Deutschland verkaufen.

Lizenzierungspflicht bei einem dualen System

Hersteller oder Vertreiber, die als Hersteller gelten, müssen sich an einem dualen System beteiligen. Derzeit gibt es neun duale Systeme. Die Kosten, die für eine Lizenzierung anfallen, werde dabei an der jährlich gemeldeten Masse der Verpackung gemessen. Die Pflicht kannte schon die Verpackungsverordnung, jedoch ist die Lizenzierung nun nur noch mit der Registrierungsnummer der Zentralen Stelle möglich. Händler, die sich nicht registrieren, können sich in Zukunft auch nicht mehr bei einem dualen System anmelden. Die Folge davon wäre, dass sie für die genutzte Verpackung als unlizenziert gelten würden und dem VerpackG nach gar keine Verpackungen in den Verkehr oder Umlauf bringen dürften.

Registrierungspflicht bei der Zentralen Stelle

Hersteller von systembeteiligungspflichtigen Verpackungen sind verpflichtet, sich mit Namen, Anschrift, Kontaktdaten, nationaler Kennnummer (falls vorhanden) und Markenname (ansonsten Unternehmensname) bei der neu geschaffenen Stelle mit Sitz in Osnabrück zu registrieren. Dies ist seit Ende August als Vorregistrierung möglich. Die Registrierung hat dabei persönlich zu erfolgen und kann nicht durch Dritte übernommen werden. Die Registrierung bei der Zentralen Stelle ist kostenlos und direkt auf der Internetseite der Zentralen Stelle möglich. Alle Registrierungen werden durch die Zentrale Stelle in der Datenbank “LUCID” veröffentlicht und sind für alle Nutzer ab dem 01. Januar 2019 einsehbar. Ohne eine Registrierung ist es verboten, Verpackung in den Verkehr zu bringen.

Bußgelder und Abmahngefahr

Die Nichtbeachtung der gesetzlichen Vorgaben kann für Händler schnell zu einer teuren Rechtsstreitigkeit enden. Verstöße gegen das ElektroG und das VerpackG sehen vor, dass eine Geldbuße von bis zu 100.000 Euro ergehen kann. Doch die weit größere Gefahr dürfte von Konkurrenten ausgehen, die eine fehlende Registrierung im Internet erkennen und mit einer Abmahnung abstrafen könnten, da die Vorschriften als Marktverhaltungsregelungen zu betrachten sind und abgemahnt werden können.

Fazit

Der deutsche Gesetzgeber hat mit dem ElektroG und VerpackG zwei Gesetze geschaffen, die durch ihre Registrierungspflicht sowohl durch die Behörden aber auch Mitbewerber kontrolliert und geahndet werden können. Dadurch wird der Zwang des rechtskonformen Handelns stark erhöht. Aber auch ausländische Händler, die auf dem deutschen Markt handeln wollen, müssen dies bei einem geplanten Markteintritt beachten, denn sie werden durch die Gesetze direkt bei einem Handel nach Deutschland erfasst.

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Über den Autor

Ivan Bremers ist Volljurist und seit 2017 für den Händlerbund als juristischer Redakteur tätig. Im Bereich E-Commerce berät und berichtet er regelmäßig zu Rechtsthemen, welche die Branche bewegen. Daneben ist er als Referent auf Veranstaltungen rund um das Thema E-Commerce tätig.

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WooCommerce & Co. – Der modulare Onlineshop

Werfen wir nun einen Blick auf unser eigentliches Thema, den E-Commerce. Es gibt eine Vielzahl von Möglichkeiten, WordPress dafür zu nutzen. Die erfolgreichste ist mit Sicherheit WooCommerce:

woocommerceAlex Frison: WooCommerce ist ein Plugin, das auf WordPress basiert. Die Installation ist recht einfach und die Funktionen in der Grundversion umfänglich. Die Entwicklung von WooCommerce ist rasant, ca. alle 3-6 Monate eine neue Version. Der Marktanteil beläuft sich, wie vorher schon erwähnt, auf mittlerweile knapp über 40% weltweit. Für den deutschen Markt sind noch Anpassungen notwendig, damit der Onlineshop zumindest technisch gesehen alle Voraussetzungen erfüllt, damit er rechtlich für den deutschen Markt in Ordnung ist. Dafür gibt es 2 Plugins, die man einfach installieren und anpassen kann. Einmal WooCommerce German Market (kostenpflichtig) und das Germanized (in der Grundversion kostenfrei).

Aber kann ein CMS, das mit ein paar Plugins erweitert wurde, wirklich mit richtigen Shoplösungen mithalten?

Alex Frison: Ja, wir selber haben mittlerweile große Shops mit sehr großem Bestellaufkommen und Anbindungen zu Drittsystemen, wie z.B. SAP, umgesetzt. Der große Vorteil bei WordPress ist die Ausbaufähigkeit und in Sachen Funktion stößt man nicht auf irgendwelche Grenzen. Vielen Funktionen gibt es bereits als Plugin (die Community ist sehr groß). Oder man entwickelt sie; dafür sind wir da. Andere Shopsysteme haben vielleicht mehr Out-Of-The-Box Funktionen, aber dafür ist die Umsetzung der einen oder anderen zusätzlich gewünschten Funktion gar nicht möglich oder viel komplizierter bzw. die gewünschte Funktion gibt es vielleicht noch nicht.

woocommerceDie Frage, um die es uns eigentlich geht, lautet: Wie gut sind verschiedene Shopsysteme auf die Internationalisierung vorbereitet. Dass WordPress mit den entsprechenden Plugins Mehrsprachigkeit beherrscht, wissen wir mittlerweile. Dass es auch ein ernstzunehmender Onlineshop sein kann, auch. Aber auch beides? Die Antwortet lautet: Jein. Denn genau wie bei der Medienverwaltung gibt es das Problem, dass jede Sprachversion eine eigene Seite darstellt und diese Seiten untereinander abgestimmt werden müssen. Kunden, die im englischen Shop bestellt haben, kennt der deutsche Shops nicht. Und wenn der deutsche Shop ein bestimmtes Produkt verkauft hat, weiß der englische Shop das nicht und zeigt noch immer den vollen Bestand an. Bei der Medienverwaltung mag dieser Nachteil durch verschiedene Vorteile aufgewogen werden, bei Lagerhaltung, Kunden- und Auftragsverwaltung ist es aber komplizierter. Ein mehrsprachiger Shop auf WordPress-Basis braucht deshalb fast zwangsläufig ein System im Hintergrund, das diese Aufgaben zentral übernimmt.

Alex Frison: Bei unseren großen Woocommerce Projekten steckt auch meist eine Warenwirtschaft dahinter, die angebunden wird. Dort wird die Lagerhaltung, Kunden- und Auftragsverwaltung zentral an einem Ort abgehandelt. Egal wie viele Sites in der Multisite vorhanden sind. Sehr viele Nutzer benötigen aber auch keinen zentralen Anlaufpunkt, da sie entweder keine zentrale Lagerhaltung haben, sondern für jedes Land einen eigenen Lagerbestand haben, überhaupt keine Lagerhaltung führen oder sowieso nur digitale Güter anbieten. Dasselbe gilt auch für den Kundenstamm, der manchmal bewusst getrennt sein soll. Wir haben schon sehr häufig solche Fälle gesehen, die gerade die Trennung bevorzugen.

inpsyde


Unser Gesprächspartner Alex Frison arbeitet seit über 10 Jahren mit WordPress, ist Miteigentürmer von Inpsyde und setzt für mittelgroße und große Unternehmen Projekte auf WordPress-Basis um. E-Commerce ist dabei häufig ein Schwerpunkt.

Sehr flexibel und individuell anpassbar

Fassen wir zusammen: Um einen mehrsprachigen Onlineshop aufzubauen, braucht es bei WordPress neben der grundlegenden WordPress-Installation ein Plugin, das Mehrsprachigkeit nachrüstet, und eines, das die Shopfunktionalität bietet. Und je nach Bedarf zusätzlich eine WaWi im Hintergrund, die zentrale Aufgaben verwaltet. Kritiker werden einwenden, dass das nach allem Möglichen, nicht aber nach einer perfekten technischen Grundlage klingt.

Warum so ein Stückwerk, wenn eine „richtige“ Shopsoftware all das bereits out-of-the-box bietet? Der Vorteil liegt darin, dass WordPress ein wesentlich höheres Maß an Flexibilität bietet. Jedes System kann individuell auf den Nutzer und seine Bedürfnisse zugeschnitten werden. Nicht mehr und nicht weniger. Das zeigt sich auch daran, welche Zielgruppen WordPress für E-Commerce-Projekte einsetzen:

Alex Frison: Die Zielgruppe ist sehr vielfältig, ein kleiner Shop mit selbstgebastelten Sachen oder ein Unternehmen mit Millionenumsatz, der seinen Shop individuell gestalten möchte.

Übersetzungen in und aus WordPress starten

translationMANAGERDas Thema Übersetzung muss bei WordPress auch sehr individuell betrachtet werden. Für WordPress selbst gibt es Übersetzungen in fast alle Sprachen und auch für die meisten Plugins und Themes liegen entsprechende Sprachdateien vor. Sollte das mal nicht der Fall sein, kann man die Sprachdateien mit dem kostenlosen Tool Poedit übersetzen oder Plugins wie Loco Translate nutzen, um direkt im Backend Texte anzupassen. Die CMS-Texte in WordPress können redaktionell ganz normal im Backend bearbeitet und natürlich auch übersetzt werden. Wenn es um Texte geht, die beispielsweise an einen Übersetzungsdienstleister gegeben werden sollen, gibt es verschiedene Möglichkeiten: Das klassische Copy & Paste bietet sich nur bei überschaubaren Textmengen an. Wenn es um sehr viele Inhalte geht, ist ein direkter Export sinnvoller, weil nicht nur der Arbeitsaufwand sinkt, sondern auch die Fehleranfälligkeit. Inpsyde hat für diesen Zweck das Plugin translationMANAGER für WordPress entwickelt, mit dem sich Seiten, Beiträge und Custom Post Types ganz einfach auswählen, exportieren und nach der Übersetzungen auch wieder importieren lassen.

Alex Frison: Der translationMANAGER ist eine Anbindung an Eurotext, damit der Benutzer keinen manuellen Aufwand hat, Daten zu exportieren und zu importieren. Ebenso werden wir damit den aufwändigen Überarbeitungsworkflow lösen, wenn Inhalte in einer Sprache aktualisiert werden. Diese können dann gezielt zu Eurotext gesendet werden. Der translationMANAGER bietet dadurch eine enorme Zeitersparnis.

Quo vadis, WordPress?

WordpressWordPress befindet sich permanent in der Weiterentwicklung und neben den vielen kleinen Bugfixes und Verbesserungen des Alltagsbetriebs stehen auch immer wieder große Änderungen an. Besteht vielleicht die Möglichkeit, dass in näherer Zukunft mehr Wert auf Mehrsprachigkeit gelegt wird und Funktionen, die momentan über Plugins nachgerüstet werden müssen, in den WordPress Core aufgenommen werden?

Alex Frison: Nein, das Thema Mehrsprachigkeit spielt keine Rolle in der zukünftigen Planung. Vor einigen Jahren wurde eine Grundsatzentscheidung getroffen: WordPress soll rank und schlank bleiben. Zwar ist der Ruf nach Mehrsprachigkeit sehr laut, aber die große Mehrheit an WordPress Usern braucht keine Mehrsprachigkeit und außerdem gibt es ja schon Plugins dafür. Warum also eine Funktion einbauen, die die große Mehrheit gar nicht verwendet.

Fazit

Versuchen wir ein Fazit zu ziehen: Wie gut ist WordPress für mehrsprachige Webseiten und Shops geeignet? Welche Vorteile bietet es? Welche Nachteile muss man in Kauf nehmen?

Alex Frison: Als Nachteil könnte man ansehen, dass Mehrsprachigkeit nicht gleich mit WordPress mitgeliefert wird. Aber wie schon erwähnt, es existieren Lösungen, die WordPress zu einer vollumfänglichen, mehrsprachigen Webseite umwandeln.

Die Entwicklung der Pluginlösungen geht ständig voran und wird immer einfacher und umfangreicher. Mit unserer Lösung sehe ich keine Nachteile bis auf die angesprochene Mediathek. Für E-Commerce gibt es mit MultilingualPress noch ein paar Nachteile, die man erwähnen sollte, die wir aber in diesem Jahr mit neuen Entwicklungen angehen werden. Da ist z.B. die fehlende Synchronisierung von Lagerbeständen, wenn man sie führt, und Benutzer zwischen den Sprachen, die wir aber meist mit einem ERP oder anderen Drittsystemen umgehen. Und keine Arikelsynchronisation, die bei verschiedenen Sprachen meist sowieso nicht in Frage kommt. Ansonsten gibt es nur Vorteile.


Wir möchten uns herzlich bei Alex Frison von Inpsyde für das Gespräch und die gewonnenen Einblicke bedanken.

Stand: 09.03.2018

autor_eurotext_100Autor: Eurotext Redaktion

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