Es ist wieder soweit: Weihnachten steht vor der Tür! E-Commerce-Händler denken dabei weniger an stimmungsvolle Beleuchtung, Glühwein und „Last Christmas“, sondern an steigende Verkaufszahlen, Sonderschichten und Versandchaos. Wir zeigen, was die Paketboten dieses Jahr erwartet und was Händler tun können, um ihre Pakete schnell und sicher zum Kunden zu bringen.

Das Weihnachtsgeschäft brummt

Für die meisten Menschen kommt Weihnachten jedes Jahr wieder total überraschend. Händler hingegen bereiten sich schon früh darauf vor, schließlich ist die Adventszeit mit dem Weihnachtsgeschäft für die meisten die umsatzstärkste Zeit des Jahres. Deshalb sind spätestens im November die Vorbereitungen abgeschlossen: Das Sortiment steht und das Lager ist gut gefüllt, die Marketingaktionen sind geplant und die Mitarbeiter auf die vielen Überstunden eingestimmt. Was kann da schon schiefgehen?

Knackpunkt ist aber am Ende meistens der Versand. Nicht unbedingt das Konfektionieren und Verpacken der Ware im Haus, sondern alles, was daran anschließt. Denn trotz aller Planungssicherheit und frühzeitiger Bemühungen, ist es den Logistikunternehmen bislang nie gelungen, in der Vorweihnachtszeit einen wirklich reibungslosen Versand zu gewährleisten.

Versanddienstleister am Limit

Wobei man natürlich zugeben muss, dass es sich dabei um eine Mammutaufgabe handelt. Die Onlineverkäufe wachsen Jahr für Jahr und viele Versandunternehmen haben schon im Alltag Schwierigkeiten, beim Wachstum Schritt zu halten. Bis zu 20% mehr Sendungen als im Vorjahreszeitraum sollen es rund um Weihnachten werden. Wo sollen die dafür nötigen Mitarbeiter, Fahrzeuge und Kapazitäten herkommen, wenn man schon während des restlichen Jahres am Limit arbeitet?

DHL, Hermes & Co. suchen stets schon ab Sommer händeringend nach Saisonkräften für das Weihnachtsgeschäft. Allein DHL hat 10.000 Jobs ausgeschrieben. Um die Paketboten zu entlasten, sollen dieses Jahr Briefträger beim Verteilen von Päckchen helfen. Außerdem wirbt das Unternehmen dafür, Sendungen nicht in der Postfiliale sondern in einer Packstation aufzugeben. 400 neue wurden alleine in diesem Jahr eröffnet, 3.400 sind es deutschlandweit mittlerweile. Trotzdem ist wohl damit zu rechnen, dass sie auch dieses Jahr wieder heillos überfüllt sein werden und lange Schlangen vor den Filialen eher die Regel als die Ausnahme.

Kleine Händler, große Probleme

Viele Händler beklagen Jahr für Jahr eine für sie offensichtliche Ungerechtigkeit: Während die Pakete von Amazon selbst zu Stoßzeiten fast immer fristgerecht ankommen, bleiben die Sendungen von kleinen Händlern liegen und treffen zum Teil erst mit mehreren Tagen Verspätung ein. Kommt das Geschenk dann nicht mehr pünktlich vor Weihnachten, ist der Ärger für Kunde und Händler groß. Die Folge sind negative Bewertungen, die auch nach dem Chaos des Weihnachtsgeschäfts bestehen bleiben und dem Händler unverschuldet die hart erarbeitete Reputation beschädigen.

Wie es zu dieser (vermuteten) Ungleichbehandlung kommt, wird heiß diskutiert. Manche Händler vermuten, dass die Bevorzugung sogar vertraglich zwischen Amazon und den Versanddienstleistern geregelt ist.

Was kann der Händler tun?

Um Kunden nicht zu verärgern, sollten Händler ganz offensiv mit dem Problem umgehen. Versandzeiten sollten besser zu lang als zu kurz angesetzt werden. Das ist natürlich eine Gratwanderung: Gibt man einen zu kleinen Wert an und die Ware kommt zu spät, ist der Kunde verärgert. Gibt man einen zu großen Wert an, bestellt der Kunde möglicherweise woanders.

Außerdem kann man im Shop deutlich hervorheben, bis zu welchem Bestellzeitpunkt ein Eintreffen vor Weihnachten garantiert ist. Da der Heilige Abend dieses Jahr auf einen Sonntag fällt und damit als letztmöglicher Zustelltag ausfällt, muss dabei sehr knapp kalkuliert werden: Wer den 19.12. als letzte Chance festlegt, dürfte auf der sicheren Seite sein. Wer das Fullfilment von Amazon übernehmen lässt (FBA), kann großzügiger rechnen und auch für Bestellungen vom 21.12. Zustellgarantien geben.

Wer mehrere Dienstleister nutzt, kann sich überlegen, wie er diese beauftragt. Da vor allem DHL in den letzten Tagen vor Weihnachten regelmäßig im Paket-Chaos versinkt, wäre es eine Option, DHL nicht den ganzen Zeitraum in Anspruch zu nehmen. Die ganz heiße Phase in der Woche vor Weihnachten könnte man stattdessen von Anbietern stemmen lassen, die sich schon in der Vergangenheit als zuverlässige Geschenkelieferanten erwiesen haben.

Quellen:

 

autor_eurotext_100Autor: Eurotext Redaktion

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