Die Internationalisierungswelle rollt und nimmt immer weiter Fahrt auf. Wer mit seinem Onlineshop jetzt noch nicht international vertreten ist, sollte sich schleunigst Gedanken machen, ob er sich dieses Versäumnis langfristig wirklich leisten kann und will. Aber in welchen Märkten lohnt sich die Investition am ehesten? Wo sind die Hürden am niedrigsten, wo der zu erwartende Erfolg am größten? Wir geben einen detaillierten Überblick.

In unserem Blog haben wir schon viele Länder und deren E-Commerce-Eigenheiten vorgestellt. In unserer Reihe „E-Commerce in …“ finden sich dabei nicht nur die großen und naheliegenden Volkswirtschaften, sondern auch ein paar Exoten, die sicher nur wenige deutsche Händler auf dem Plan haben. Allerdings ist es nicht einfach, klare Empfehlungen auszusprechen. Denn jedes Land hat seine ganz eigenen Vor- und Nachteile.

Hart umkämpfte Märkte im Norden

Nehmen wir als Beispiel die skandinavischen Länder Schweden und Norwegen. Die Skandinavier zählen zu den Pionieren im E-Commerce. Die Bevölkerung dort verfügt über eine überdurchschnittlich gute Internetanbindung und kauft gern und viel im Internet ein. Durch die ausgezeichnete Infrastruktur vor Ort, die Nähe zu Deutschland und die EU-Mitgliedschaft (zumindest im Fall von Schweden) sind die Hürden für Händler gering. Also ein klarer Tipp für eine Expansion? Ja und nein. Denn durch die guten Ausgangsbedingungen sind natürlich schon viele andere auf dem skandinavischen Markt vertreten. Die Konkurrenz ist häufig schon lange aktiv und dementsprechend weit entwickelt. Wer hier ein Stück vom Kuchen abhaben will, muss sich seinen Marktanteil hart erkämpfen. Nur mit ein paar Eröffnungsangeboten kommt man da nicht weit, es zählt eine gute Strategie und langer Atem.

Unerschlossene Märkte in Ost- und Südosteuropa

Das genaue Gegenteil findet man zum Beispiel in vielen Ländern Ost- und Südosteuropas. In Polen und Russland zum Beispiel ist die Infrastruktur außerhalb der großen Städte meist ziemlich schlecht, sowohl was die Internetanbindungen als auch die Versandwege betrifft. Dementsprechend wenige Menschen shoppen dort im Internet. Sind diese Länder also für den grenzüberschreitenden Handel uninteressant? Die Antwort lautet wieder: Ja und nein. Denn entsprechend schwach ist auch die Konkurrenz vertreten. Und eine schlechte Ausgangssituation bedeutet eben auch, dass es eigentlich nur aufwärts gehen kann. Wer jetzt in diesen Ländern investiert, kann leicht einen Fuß in die Tür bekommen und sich mit relativ wenig Aufwand wichtige Marktanteile in aufstrebenden Märkten sichern.

Sprache als Schlüssel

Es gibt viele Argumente, die für oder auch gegen bestimmte Länder sprechen. Eines der wichtigsten, auch in wirtschaftlicher Hinsicht, ist sicherlich die jeweilige Landessprache. Denn die Kosten für die Übersetzung und Lokalisierung eines Onlineshops stellen einen wesentlichen Teil der Anfangsinvestition dar. Sollte der Erfolg im Ausland ausbleiben, ist dieses Geld verloren.

Deshalb ist es sicher keine schlechte Idee, in Länder zu expandieren, deren Sprache sich auch für weitere Länder nutzen lässt. Wer nach Frankreich expandiert, kann die französischen Texte mit geringfügigen Anpassungen auch für den belgischen, schweizerischen und luxemburgischen Markt nutzen. Wer eine Übersetzung für Spanien anfertigen lässt, kann damit in vielen Ländern Mittel- und Südamerikas durchstarten. Mit Englisch ist man nicht nur für Großbritannien und die USA gewappnet, sondern für eine ganze Reihe weiterer Länder. Ganz davon abgesehen, dass man mit Englisch auch in vielen Ländern verstanden wird, in denen es keine Muttersprache ist.

Eine Reise ins Unbekannte?

Der E-Commerce ist ein globaler Markt. Das gilt nicht nur für die Waren, sondern auch für die Technologien hinter dem Onlinehandel. Fast alle Onlineshops weltweit funktionieren mittlerweile nach den gleichen Grundregeln. Diese Angleichung verdanken wir auch Global Playern wie Amazon oder eBay, die mit ihren Shops und Marktplätzen fast weltweit aktiv sind und damit Standards in Sachen Bedienung und Shopstruktur gesetzt haben. Insofern muss man das Rad bei einer Expansion sicher nicht neu erfinden. Shops, Kategorien, Sortiment, Layout und vieles andere kann nach Anpassung der Sprache einfach beibehalten werden. Trotzdem sollte man sich vorher mit dem Zielmarkt und den Konkurrenten vor Ort auseinandersetzen, um keine vermeidbaren Fehler zu machen. Denn manches mutet uns Deutschen geradezu exotisch an:

In Russland erwarten Kunden nach der Onlinebestellung einen Anruf, in dem das weitere Vorgehen geklärt wird. In den arabischen Ländern ist die Abbildung von Menschen verpönt, nackte Haut ein Tabu. Nationale Sonderwege findet man auch bei den Bezahlmethoden: In Japan ist es möglich, Online-Käufe bar zu bezahlen. Aber nicht beim Händler, sondern im Supermarkt um die Ecke. In Italien nutzt man für die Bezahlung gerne die kreditkartenähnliche CartaSì, die es sonst nirgends gibt. In Schweden bezahlt man mit der App Swish und in den Niederlanden per Direktüberweisung namens iDEAL. Große Unterschiede gibt es auch, was die Retourenquoten, die bevorzugten Produkte oder die Lieferzeiten angeht. Detaillierte Infos zu den einzelnen Ländern und ihren Eigenheiten finden Sie in den jeweiligen Blogartikeln.

Die Übersicht

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