Die Übersetzung einer dynamischen Webseite oder eines Online-Shops ist mit dem entsprechenden Know-how kein großes Problem: Das System, in dem die Inhalte gespeichert werden (CMS, PIM etc.) muss einmalig an den Übersetzungsdienstleister angebunden werden. Danach bedarf es nur noch weniger Mausklicks, um Übersetzungsprojekte zu starten und Inhalte zu exportieren oder zu importieren. Aber wie geht man mit Medien um, die nicht direkt aus der Datenbank exportiert werden können? Also klassische Printprodukte wie Flyer, Broschüren oder Kataloge? Oder auch digitale Banner oder Buttons, die Texte enthalten? Auch in diesen Fällen können Sie von modernen Übersetzungstechnologien profitieren!

Dynamische Druckdatenerzeugung vs. klassische Printprodukte

Auch im Bereich der Printprodukte ist die Zeit nicht stehen geblieben. Kataloge oder Flyer können dank Web-to-Print-Technologien automatisiert erstellt und gedruckt werden. Grundlage bildet dabei eine Datenbank (z. B. ein PIM), in der die Bilder und Texte hinterlegt sind. Leider sind solche Web-to-Print-Lösungen sehr teuer in der Ersteinrichtung und obendrein recht unflexibel. Aber auch normale Layout-Programme wie InDesign bieten die Möglichkeit, Inhalte aus Datenbanken zu beziehen und die Erstellung von Druckdaten zu automatisieren. Auf breiter Front durchgesetzt hat sich das aber auch das noch nicht. Der Großteil der Werbemittel wird immer noch fast ausschließlich „von Hand“ gesetzt, entweder von Agenturen oder internen Marketing-Abteilungen.

Wie also geht man vor, wenn man einen Katalog in mehreren Sprachen benötigt? Natürlich kann man die benötigten Texte aus dem PIM exportieren, übersetzen lassen, in das PIM importieren, dort von Hand suchen, kopieren, in der Layout-Datei einfügen und abschließend in Form bringen. Diese Arbeit ist enorm zeit- und kostenintensiv, fehleranfällig und setzt obendrein voraus, dass sämtliche Texte in der Datenbank abgelegt sind. Wenn aus gestalterischen Gründen Texte umformuliert oder gekürzt werden, ist das mit erheblichem Zusatzaufwand verbunden.

Ein Workflow für (fast) alle Formate und Kanäle

Die Lösung für dieses Problem sieht so aus: Die fertig gestalteten Dokumente werden als „offene“ Dateien (INDD, PSD, DOCX, PPTX…) ohne Umwege oder Vorarbeiten an den Übersetzungsdienstleister geschickt. Am besten inklusive einer PDF-Datei, die dem Übersetzer als Referenzmaterial dient. Dort werden die Dateien für die Übersetzung vorbereitet (unnötige Daten, Bilder, Ebenen oder Umbrüche werden entfernt, Formatierungsfehler beseitigt) und direkt in die Übersetzungsumgebung importiert. Einzige Voraussetzung hierfür ist, dass die Datei über editierbaren Text verfügt. In der Übersetzungsumgebung werden die Texte automatisch von allen anderen Daten getrennt, in Sinneinheiten zerlegt und dann an die Übersetzer weitergeleitet.

Die Vorteile dieses Vorgehens liegen auf der Hand: Da der Übersetzer nur den reinen Text bearbeitet, kann es nicht zu Kompatibilitäts-Problemen kommen. Auch Anwenderfehler aufgrund fehlender Kenntnisse der entsprechenden Layoutprogramme sind ausgeschlossen. Der größte Vorteil aber ist: Die Übersetzungsumgebung enthält auch das Translation Memory, in dem sämtliche Übersetzungen des Kunden abgespeichert sind. Es ist also egal, ob Texte für den Onlineshop oder Printprodukte übersetzt werden, alles greift auf den gleichen Übersetzungsspeicher zurück. Auf die Weise lässt sich der Übersetzungsaufwand massiv reduzieren, da bereits übersetzte Texte nicht noch einmal übersetzt werden müssen. Sie profitieren also unabhängig vom verwendeten Medium und können Ihre Kosten format- und kanalübergreifend reduzieren. Durch die Verwendung der gleichen Terminologie-Datenbanken ist zusätzlich gewährleistet, dass die Produktnamen und Fachbegriffe einheitlich übersetzt werden.

Druckfertige Daten ohne Nachbearbeitung

Nach der Übersetzung wird aus der Ausgangsdatei und den zielsprachigen Texte eine neue Datei im ursprünglichen Dateiformat erzeugt, also inkl. aller Bilder und Formatierungen. Danach wird die fertige Datei noch geprüft und ggf. Fehler im Layout korrigiert. Der Grund dafür ist, das Texte in verschiedenen Sprachen unterschiedlich lang laufen, also unterschiedlich viel Platz benötigen. In dem Fall müssen Textrahmen evtl. vergrößert oder Schriftgrößen angepasst werden. Es muss geprüft werden, ob die verwendete Schrift alle Sonderzeichen korrekt darstellen kann und ob die Silbentrennung richtig eingestellt ist. All dies wird direkt vom Übersetzungsdienstleister durchgeführt, damit der Kunde keinen weiteren Arbeitsaufwand hat und die Dateien nach der Lieferung direkt in den Druck geben kann.

Egal ob reiner Text, Layout-Dateien oder Bilddaten – dank moderner Übersetzungstechnologie lassen sich nahezu alle Medien und Formate unkompliziert und kostengünstig übersetzen. Der Kunde bekommt von all dem nichts mit. Er schickt die Datei in der Ausgangssprache und bekommt wenig später das gleiche Dokument in der Zielsprache. Eine spezielle Vor- oder Nachbereitung ist auf Kundenseite nicht notwendig. So einfach kann Mehrsprachigkeit sein.

Wenn Sie Fragen zur Übersetzung von Layout- oder Bilddateien haben, stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung. Wir unterstützen Sie gerne bei der Einrichtung eines entsprechenen Workflows und geben Ihnen Tipps, wie Sie Ihre Dateien so vorbereiten können, dass die Übersetzung reibungslos und kostensparend durchgeführt werden kann.

 

autor_eurotext_100Autor: Eurotext Redaktion

Wir erklären, wie Internationalisierung funktioniert, geben Tipps zu Übersetzungsprojekten und erläutern Technologien und Prozesse. Außerdem berichten wir über aktuelle E-Commerce-Entwicklungen und befassen uns mit Themen rund um Sprache.