Es ist nicht weiter kompliziert, eine Webseite einmal übersetzen zu lassen. Auch gelegentliche Textänderungen oder inhaltliche Ergänzungen lassen sich ohne großen Aufwand einarbeiten. Kniffelig wird es dann, wenn sich die Inhalte permanent ändern, regelmäßig neue hinzukommen und alte nicht mehr verwendet werden. Mit jeder weiteren Sprache wird es etwas komplexer. Wer dabei den Überblick behalten und effizient arbeiten möchte, muss seine Arbeitsweise optimal organisieren. Und das beginnt damit, die richtigen Fragen zu stellen:

Woher stammen die Inhalte?

Die Ausgangsfrage sollte immer sein: Woher stammen die Texte? Werden Sie direkt im CMS oder Shopsystem eingeben? Existiert eventuell ein Mastersystem, von dem die Inhalte an verschiedene Mandanten oder untergeordnete Shops weitergegeben werden? Steht eine Produktdatenbank im Hintergrund, aus der die einzelnen Texte exportiert werden? Oder werden sie von Herstellerseite, dem eigenen Content-Team oder von Contentanbietern direkt ins System eingespeist? Möglicherweise ist es gar eine Kombination aus mehreren Quellen?

Erst wenn der Informationsfluss geklärt ist, kann entschieden werden, an welcher Stelle die Texte am besten übersetzt werden können. So können bei der Übersetzung Formatierungen und Formatinformationen beibehalten werden – Texte müssen somit nur einmalig angepasst werden. Bei mehreren Sprachen spart man sich so entscheidende Aufwände. Die Erkenntnis, woher die Inhalte stammen, spart also Zeit und Geld bei der weiteren Verarbeitung.

Was wähle ich aus?

Wenn nur einzelne Seiten oder Produkte einmalig ergänzt werden, lässt sich der Ex- und Import der Texte ggf. auch manuell bewerkstelligen. Bei regelmäßigen Änderungen und Erweiterung von vorhandenen Inhalten oder großen Textmengen führt aber kein Weg an einer intelligenten Auswahl vorbei. So ist es ratsam, zu prüfen, für welche Inhalte bereits Übersetzungen vorhanden sind. Um Komplikationen zu vermeiden und die Auslastung der Systeme möglichst gering zu halten, sollten wirklich so wenig Inhalte wie nötig mit so viel Kontext wie möglich exportiert werden.

Automatisierung – ja oder nein?

Automatisierte Ex- und Importe sind gerade bei vielen Sprachen und vielen Inhalten sinnvoll. Ziel der Automatisierung ist es, die Bearbeitungszeiten zu verkürzen und manuelle Eingriffe auf das Nötigste zu reduzieren. Das verhindert auch, dass Fehler durch Kopieren und Einfügen von Texten per Hand passieren. Im schlimmsten Fall könnte das nämlich peinliche Fehler oder fehlende Texte zur Folge haben. Die Automatisierung ist also in erster Linie eine Art Sicherheitsnetz. Neben dem Schutz sorgt die Automatisierung von Prozessen auch für eine schnellere Bearbeitung der Übersetzungen sowie eine Beschleunigung der Projekte insgesamt. Es wird nichts vergessen und die Texte sind deutlich schneller wieder da wo sie hingehören, nämlich online.

Doch ab wann sollte automatisiert kommuniziert werden? Prinzipiell gilt: Je regelmäßiger die Inhalte aktualisiert werden und je mehr Sprachen zum Einsatz kommen, desto sinnvoller ist eine Automatisierung.

Welche Übersetzung im benötige ich für welche Texte?

Text ist nicht gleich Text. Ein paar Beispiele: Texte mit juristischen Formulierungen bedürfen einer ganz besonderen fachlichen Sorgfalt. Marketing- und Produkttexte sollen im Bereich Fashion emotional und ansprechend sein. Inhalte sollten deshalb nach Contenttypen unterschieden werden, um die Organisation zu vereinfachen und eine individuelle Bearbeitung zu ermöglichen. Je nach Contenttyp sollten auch spezialisierte Übersetzer arbeiten, denn eins ist gewiss: Ein guter Marketingübersetzer muss nicht zwangsläufig ein Experte für die Übersetzung von Software-Strings sein. Ein Team aus verschiedenen Übersetzern ist also die bessere Wahl.

 

autor_eurotext_100Autor: Eurotext Redaktion

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