Jede Branche hat ihre Fachsprache und jedes Unternehmen seine Produkte und Dienstleistungen. Dass in der Kommunikation stets die korrekten Begriffe und Namen verwendet werden, – auch in der Werbung oder im Bereich der Produktinformation – ist für alle Beteiligten eine Selbstverständlichkeit und ein Zeichen für Professionalität.

Sprache ist mehrdeutig

Bei der Übersetzung von Texten kann es aber schnell passieren, dass diese Eindeutigkeit verloren geht und ein Begriffe unterschiedlich übersetzt wird. Das liegt daran, dass viele Begriffe je nach Kontext mehrere Übersetzungsmöglichkeiten bieten. Gerade im technischen Bereich kann es aber ein großer Unterschied sein, ob z. B. der Begriff „Düse“ im Englischen mit „nozzle„, „jet„, „cone„, „injector„, „die“ oder „blast pipe“ übersetzt wird. Keine dieser Übersetzungen ist falsch, im konkreten Fall ist aber nur eine wirklich richtig.

Ähnlich verhält es sich mit der Verwendung von Produktnamen oder –attributen. Hier stehen Übersetzer häufig vor Problemen. Sollen deutsche Produktnamen übersetzt werden? Normalerweise nicht. Manche Produktnamen enthalten aber Begriffe, die für sich stehend übersetzt werden müssten. Wie soll in so einem Fall vorgegangen werden? Den Produktnamen teilweise übersetzen? Oder ganz? Oder gar nicht?

Auch wenn Firmen bestimmte Farben oder Muster regelmäßig verwenden, stellt sich die Frage, ob eine Übersetzung sinnvoll ist. Ein einfaches „violett“ sollte zum besseren Verständnis in die Zielsprache übersetzt werden. Ein blumiges „crazy plum“ hingegen nicht. Problematisch wird es bei Begriffen wie „lime green„, die sich zwar sinngemäß übersetzen lassen, vom Kunden aber vielleicht weltweit einheitlich verwendet werden.

Diese Probleme verstärken sich noch, wenn mehrere Übersetzer an einem Projekt mitwirken. Da einheitliche Regeln fehlen, verwendet der eine Linguist vielleicht diesen Begriff, ein zweiter einen anderen – und der dritte entscheidet sich ganz gegen eine Übersetzung und übernimmt den Ausgangsbegriff. Das Ergebnis ist eine beliebig und unprofessionell wirkende Übersetzung. Im Bereich von Handbüchern oder Dokumentationen kann das soweit führen, dass der Text nicht mehr vernünftig zu benutzen ist oder zu Fehlern in der Anwendung führt.

Die Lösung: Terminologie-Management

Für all diese Probleme gibt es eine Lösung, die komplizierter klingt als sie ist: Terminologie-Management. Dabei handelt es sich um eine mehrsprachige Datenbank, eine sogenannte Term-Datenbank, in der alle wichtigen Fachtermini, Produktnamen und ähnliche Begriffe gespeichert sind.

Wenn der Übersetzer bei der Arbeit auf einen dieser Begriffe stößt, wird ihm von der Software direkt die festgelegte Übersetzung vorgeschlagen. Bei der Qualitätskontrolle wird nach der Übersetzung zusätzlich geprüft, ob der korrekte Begriff verwendet wurde.

Enge Zusammenarbeit mit dem Kunden

Um eine solche Datenbank zu erstellen, wird üblicherweise zuerst ein sogenannter Terminologie-Extrakt erstellt. Sämtliche vorhandenen Texte des Kunden – je mehr desto besser – werden analysiert und besonders häufig verwendete Begriffe werden extrahiert. Unwichtige Wörter wie „und“ werden anschließend herausgefiltert. Die verbleibenden Begriffe werden mit dem Kunden kontrolliert und korrekte Übersetzungen festgelegt.

Wie umfangreich eine solche Datenbank ist, hängt ganz vom Kunden ab. Bei einem einfachen Onlineshop sind es vielleicht nur 100 Einträge, bei einem Konzern mit vielen eigenen Produkten können es auch schnell über 1000 Begriffe sein.

Die Übersetzer können jederzeit auf diese Term-Datenbank zugreifen, können aber selbst keine Änderungen daran vornehmen. Das ist nur in Absprache mit dem Kunden möglich, um Fehler oder Inkonsistenzen zu vermeiden und eine höchstmögliche Übersetzungsqualität zu gewährleisten.

 

autor_eurotext_100Autor: Eurotext Redaktion

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