Suchmaschinenoptimierung oder kurz SEO (Search Engine Optimisation) ist ein sehr komplexes Thema. Es gibt eine Vielzahl von Faktoren, die sich darauf auswirken, an welcher Position der Suchergebnisse eine Website gelistet wird. Manche davon kann man leicht beeinflussen, andere nur schwer oder gar nicht. Erschwerend kommt hinzu, dass Google & Co. ihre Bewertungsalgorithmen streng geheim halten, um Missbrauch zu vermeiden. Richtig kompliziert wird es aber dann, wenn man nicht nur eine einsprachige Website anbietet, sondern eine internationale Website oder einen Webshop mit mehreren Sprachversionen.

Was dabei zu beachten ist und was man um jeden Preis vermeiden sollte, wollen wir im Rahmen unserer Reihe „SEO bei mehrsprachigen Websites und Onlineshops“ erklären.

In Teil 1 geht es um die grundlegende Struktur der Website bzw. die Aufteilung der Sprachversionen und um die Sprachauswahl.

 

Bevor man mit der Arbeit an einer mehrsprachigen Website beginnt, stellt sich eine Frage, die auch für die Suchmaschinenoptimierung essentiell ist:

Wie strukturiere ich die verschiedenen Sprachen?

Hierfür gibt es mehrere Varianten, die alle ihre Vor- und Nachteile haben. Eine allgemeingültige Ideallösung gibt es nicht – man muss in jedem Fall erneut abwägen, welche Variante für die konkrete Situation am besten geeignet ist.

1. Länderdomains
Jede Sprache bekommt eine eigene Länderdomain, auch ccTLD (country code top-level domain) genannt. Also www.beispiel.de für die deutschsprachige Seite, www.beispiel.fr für die französische usw.
Das ist aus SEO-Sicht optimal, da jede Sprachversion als eigene Seite bewertet und gelistet wird. Außerdem weckt es beim Besucher das größte Vertrauen. Allerdings sind der Verwaltungsaufwand und auch die Kosten deutlich höher als bei anderen Lösungen. Problematisch ist diese Lösung auch bei Ländern, in denen mehrere Sprachen gesprochen werden, da dann zusätzlich unterteilt werden muss.

2. Subdomains
Man verwendet für die unterschiedlichen Sprachen Subdomains, also de.beispiel.com, en.beispiel.com, fr.beispiel.com usw.
Hierbei sollte auf jeden Fall eine internationale TLD wie .com verwendet werden, da eine Adresse wie en.beispiel.de sowohl Besucher als auch Suchmaschinen verwirren würde.
Diese Lösung ist einfacher, weil nur ein Server verwaltet werden muss, allerdings ist auf den ersten Blick klar, dass es sich nicht um getrennte Websites, sondern „nur“ um Sprachversionen handelt. Ausländische Kunden könnte das evtl. abschrecken.

3. Ordner
Alternativ kann man die unterschiedlichen Inhalte auch in Ordnern sortieren, also www.beispiel.com/de/ oder www.beispiel.com/en/.
In diesem Fall ist die Verwaltung überschaubar und auch der Linkaufbau vereinfacht, da alle eingehenden Links der gleichen Domain zugeordnet werden. Allerdings zeigen Suchmaschinen die einzelnen Sprachen in diesem Fall nicht als getrennte Suchergebnisse an.

4. Parameter / Dateinamen
Bei dynamischen Seiten wird gerne mit Parametern am Ende der URL gearbeitet: www.beispiel.com/kontakt.php?lang=de
Und gerade bei kleinen, statischen Seiten findet sich die Variante, für jede Sprache unterschiedliche Dateien mit übersetzten Dateinamen zu verwenden: kontakt.html, contact.html usw.
Beide Varianten sind vom SEO-Standpunkt völlig unbrauchbar, da eine saubere Zuordnung der Website zu einer Sprache unmöglich ist.

Welche Variante sich für Sie am besten eignet, hängt von der Ausrichtung Ihrer Website oder Ihres Shops ab. Wenn Sie auf mehreren Märkten vertreten sein wollen, regional unterschiedliche Inhalte verwenden möchten und evtl. auch Vertretungen vor Ort haben, empfiehlt es sich, das durch eigene Länderdomains deutlich zu machen. Wenn es nur darum geht, Informationen in unterschiedlichen Sprachen zur Verfügung zu stellen, sind die Varianten 2 und 3 sicher die einfacheren und kostengünstigeren Lösungen.

Sprachenauswahl

Um dem Besucher die für ihn passende Sprache direkt anzuzeigen, kann man die im Browser eingestellte „bevorzugte Sprache“ verwenden. Diese kann zum Beispiel mittels eines JavaScripts abgefragt werden. Eine Weiterleitung schickt den Besucher dann direkt auf die richtige Seite, ohne dass er seine Sprache selbst wählen müsste.

Trotzdem sollte man dem Besucher immer die Möglichkeit anbieten, zu einer anderen Sprachversion zu wechseln. Auch aus SEO-Sicht ist es optimal, wenn sich auf jeder Seite die Möglichkeit findet, direkt zu allen anderen Sprachversionen zu wechseln. Hierfür werden häufig kleine Flaggen verwendet, die sich in der Navigation oder an einer anderen präsenten Position im Kopf der Seite befinden.

Warum diese Lösung problematisch ist und wie man es besser machen kann, erfahren Sie in Teil 2 unserer Reihe „SEO bei mehrsprachigen Websites und Onlineshops“.

 

autor_eurotext_100Autor: Eurotext Redaktion

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